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Roller Variator


Variomatik / Variator

 

Funktion

Moderne Motorroller werden nicht über ein Schaltgetriebe übersetzt, sondern über einen sog. Variator. Hier wird nicht über Zahnräder geschaltet, sondern über die Fliehkraft gearbeitet. So schaltet der Roller vollautomatisch und stufenlos. Der Variator ist eine nach außen gewölbte Scheibe, welche je nach Drehzahl und Geschwindigkeit nach innen gedrückt wird und den Keilriemen nach außen wandern lässt. So verändert sich die Übersetzung. Nach innen gedrückt wird der Variator mit Hilfe der Variomatikgewichte, welche mit im Variator verbaut sind.

 

Oben im Bild sieht man den Aufbau des Variators. Die Gewichte sind gleichmäßig in ihren Rollenlaufbahnen im Variatorinneren verteilt. Darüber kommt die Steigscheibe, damit die Rollen nicht herausfallen können. Diese ist beweglich und wird an den sog. Gleitschuhen entlang im Variator vor und zurück geführt. Der Variator selbst bewegt sich auf der Gleitbuchse hin und her (je nach Übersetzung). Das "Gegenstück" zum Variator ist die Riemenscheibe. Diese ist ebenfalls gewölbt und fest verbaut.

Abstimmung

Hat man das Prinzip des Variators verstanden, wird sofort bewusst: Hier ist eine Möglichkeit, den Roller in der Leistung zu ändern bzw. zu optimieren. "Eingestellt" wird der Variator über das Gewicht der Variomatikgewichte. Nehmen wir an, wir haben einen original-Roller mit allen original Teilen. Dieser hat eine Leistungsdrehzahl von ca. 6500 U/Min. Die Leistungsdrehzahl ist die Drehzahl, bei der das maximal mögliche Drehmoment erzeugt wird und der Motor seine bestmögliche Leistung aufbaut. Der Variator ist vom Werk aus in den meisten Fällen so abgestimmt, dass der Roller während seiner Beschleunigungsphase möglichst konstant bei 6500 U/Min bleibt. Würde man jetzt schwerere Gewichte einbauen, würde der Roller bei einer niedrigeren Drehzahl beschleunigen. Das Ergebnis wäre eine trägere Beschleunigung mit einem starken Leistungsloch. Baut man wiederum zu leichte Gewichte ein, kuppelt der Roller erst bei sehr hoher Drehzahl ein (er "überdreht"). Der Roller würde bei schlechter Leistung schneller hoch drehen. .

Deshalb stimmt die Annahme, dass der Roller mit leichteren Gewichten eine bessere Beschleunigung hat, und mit schwereren eine bessere Endgeschwindigkeit, nicht!

Baut man nun ein Tuningteil ein, wir nehmen hier als Beispiel einen entdrosselten Sportauspuff, muss der Variator neu abgestimmt werden. Warum? Weil der Sportauspuff die Motorcharakteristik verändert und die Leistungsdrehzahl nicht mehr 6500, sondern 8500 U/Min hat. Logisches Denken: Der Variator würde jetzt immer noch bei 6500 U/Min beschleunigen, weil wir noch nichts verändert haben. Sprich: Die Gewichte sind jetzt zu schwer. In diesem Fall arbeitet man sich stufenweise runter: Mit den zu schweren Gewichten wird der Roller mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit zwischen ca. 20 und 50 km/h ein Leistungsloch haben (Drehzahl fällt stark ab und steigt danach wieder). Jetzt baut man etwas leichtere Gewichte ein (z.B. 0,5gr leichter) und testet die Beschleunigung erneut. Das Leistungsloch müsste etwas weniger geworden sein. So arbeitet man sich schrittweise runter bis man die optimalen Gewichte gefunden hat. Ist das Leistungsloch "gerade weg", hat man die optimalen Gewichte erreicht. Würde man jetzt nochmal leichtere verbauen, würde man wieder über die Leistungsdrehzahl kommen, was natürlich wieder einen Abfall der Leistung bringen würde. Für diesen Einsatz gibt es von Stage6 und Polini sogenannte Abstimmsets. Dort sind vier verschiedene Gewichtsstufen zum Testen dabei. Werden die richtigen gefunden, können sie als richtige Gewichte gekauft werden. Mit den Gewichten des Abstimmsets sollte man nicht lange fahren, da sie sehr schnell abnutzen. Erhältlich sind diese Abstimmsets bei www.streetlights.de.

Wichtig ist noch, dass wenn im Kupplungsbereich etwas verändert wird (härtere Kupplungsfedern oder eine härtere Gegendruckfeder), in den meisten Fällen der Variator neu abgestimmt werden muss. Wir empfehlen alles gemeinsam abzustimmen damit man nicht ständig an den Variator muss.

Tuning

Neben der Möglichkeit, den Serienvariator abzustimmen, kann man diesen auch gegen einen Tuningvariator austauschen. So gibt es von den Herstellern Polini, Malossi, Hebo und Co. verschiedene Variatoren. Diese sind in der Rollenlaufbahn und in der Steigung sowie Steigscheibe optimiert und somit für Tuningzwecke besser abzustimmen. In den höheren Drehzahlbereichen kommt der Serienvariator schnell an seine Grenzen. Für extrem hohe Übersetzungsverhältnisse, die z.B. beim Highend Tuning erreicht werden, sollte z.B. das Overrange-Kit von Malossi verbaut werden. In diesem Fall wird ein Wandler und ein passender Keilriemen mitgeliefert, so hat man noch mehr Möglichkeiten in den hohen Drehzahl- und Geschwindigkeitsbereichen.